Tränen der Idune - High-Fanatsy RPG

Die Tränen der Idune - Quelle der Macht

[Aus dem Tagebuch von Erz-Magister Bitikar, erster Hohepriester der Idune, Stadt Iduna, im Jahre 78 des neuen Zeitalters]

„Achter Tag des Vierten Mondes des Ifrun:

Ich habe diese merkwürdigen, leuchtenden Kristalle nun mit allen möglichen Mitteln untersucht, doch sie wollen sich mir nicht offenbaren. Es steckt eine immense Kraft in ihnen, doch welche? Nie zuvor habe ich so viel Energie gespürt! Ich werde es weiter versuchen.“

 

„Neuter Tag des Vierten Mondes des Ifrun:

Nachdem ich die Kristalle verschiedenen uralten elfischen Ritualen unterzogen habe, scheint es mir, als würden sie mit mir sprechen. Ich kann seltsame Dinge hören und sehen und ein merkwürdiges Gefühl beschleicht mich, wenn ich diese Steine anfasse. Es scheint fast, dass sie leben!“

 

„Elfter Tag des Vierten Mondes des Ifrun:

Es ist unglaublich! Die Kristalle dringen tief in meinen Geist ein oder besser: ihre Schwingung erlaubt es mir, meinen Geist frei fließen zu lassen. Mein Blick hat sich verändert. Wenn ich mich konzentriere, so ist es mir möglich, hinter die Fassade dieser Welt zu blicken. Die Strukturen beginnen sich um mich herum aufzulösen und ich habe das Gefühl, mich im freien Fall zu befinden.“

 

„Zwölfter Tag des Vierten Mondes des Ifrun:

Ich habe es geschafft! Ich konnte mich in eine neue Welt begeben. Eine Welt, die offenbar unter oder über dieser, unserer, Welt liegt. Dort ist es dunkel. Nur Finsternis. Und doch ist dort etwas. Ich kann es spüren! Wenn ich mich lange genug konzentriere und die Schwingungen der Kristalle, die ich mittlerweile „Tränen der Idune“ genannt habe, lange genug auf mich wirken lasse, dann sehe ich eine Art Struktur in der Finsternis. Was genau dies ist, vermag ich noch nicht zu ergründen. Doch ich werde mich morgen weiter hinaus wagen.“

 

„Dreizehnter Tag des Vierten Mondes des Ifrun:

Es ist unfassbar! Diese neue Welt ist nicht leer! Sie ist voll von Energie und Schwingung. Ihre Finsternis hat eine Substanz und diese besteht aus leuchtenden Fäden. Unendlich vielen Fäden. Ich sehe sie überall. Goldene und manchmal auch rote Fäden, die in einem unhörbaren Rhythmus zu schwingen scheinen. Sie führen in alle Richtungen und viele von ihnen sind miteinander verbunden und bilden leuchtende Knäuel, die ihrerseits in einem bestimmten Rhythmus pulsieren und schwingen. Es ist fantastisch, wie in einem Traum! Ich nenne diese Welt die „Traumwelt“, denn erwacht man aus dieser Welt, so ist es, als würde man aus einem langen Traum erwachen. Ich kann nicht mehr schlafen, kaum noch klar denken, es ist scheinbar eine bislang völlig unbekannte Dimension oder Daseinsebene. Ich muss weiter forschen und diese Welt erkunden!“

 

„Achtzehnter Tag des Vierten Mondes des Ifrun:

Ich fühle mich ausgelaugt, leer und sehr schwach. Ich habe die Traumwelt nun einige Tage erkundet. Doch irgendetwas in dieser Welt scheint mir Energie zu entziehen. Je länger ich mich darin befinde, desto zielloser werde ich. Mein Geist fühlt sich an, als würde er in einem Gefängnis stecken. Ich bin unendlich müde. Ich muss schlafen. Doch ich darf nicht rasten! Diese Welt ist einfach zu unglaublich. Ich habe gelernt, dass ich diese Fäden manipulieren kann. Ihre Schwingungsmuster verstärken oder verlangsamen. Dabei habe ich jedoch stets das Gefühl, als würden sich Dinge um mich herum verändern, wenn ich meinen Geist wieder verschließe und in die normale Welt zurückkehre. Doch das ist sicher nur Einbildung durch den Schlafmangel.“

 

„Zwanzigster Tag des Vierten Mondes des Ifrun:

Ich musste einen Sud aus Penya-Wurzel trinken, damit mein Geist wieder klarer wird. Es scheint, als würde diese finstere und doch so leuchtende Welt meinen Willen schwächen, je länger ich darin verweile und je mehr ich die Fäden und die Gewirre, zu denen sie oft zusammenlaufen, manipuliere. Ich muss vorsichtiger sein! Doch es gibt kein Zurück, ich muss diese Welt ergründen und ihr ihre Geheimnisse entlocken!“

 

„Einundzwanzigster Tag des Vierten Mondes des Ifrun:

Jemand hat mein Labor verwüstet, viele Dinge und Gerätschaften sind zerstört! Während ich in der Traumwelt war, muss sich jemand Zugang verschafft haben und hier gewütet haben, ohne dass ich das gemerkt hätte. Doch wie ist das möglich? Ich muss wieder zurück in die Traumwelt, denn ich habe festgestellt, dass ich diesen Gewirren aus Fäden meine Willen aufzwingen und sie verändern kann! Und immer ist ein Leuchten um mich herum in dieser Welt, das sich mit den Fäden verbindet, wenn ich meinem Willen freien Lauf lasse. Es ist zuhöchst erstaunlich!“

 

„Zweiundzwanzigster Tag des Vierten Mondes des Ifrun:

Mein ganzer Körper schmerzt, als wäre ich aus großer Höhe heruntergefallen. Irgendetwas muss schiefgelaufen sein, denn als ich mich mit einem kleinen Gewirr verband dass sich schnell bewegte, erreichte mich ein stechender Schmerz. Mein Geist reagierte intuitiv und versuchte die Verbindung zu beenden, doch das kleine Gewirr schien mich festzuhalten. Also versuchte ich, die Fäden zu entwirren um mich zu befreien. Und dann kam der Schmerz! Wie ein Orkan fegte er durch meinen Körper, erreichte jede Haarwurzel und mein Blut schien zu kochen. Dann wurde ich schlagartig aus der Traumwelt geworfen. Alles schmerzt. Und zu allem Überfluss hat mir wohl einer meiner Schüler einen Streich gespielt. Auf dem Tisch liegt eine tote Ratte, die völlig zermatscht ist. Offensichtlich wurde sie mit einem großen Hammer erschlagen. Widerlich…“

 

„Dreiundzwanzigster Tag des Vierten Mondes des Ifrun:

Es ist etwas Furchtbares passiert. Der Missetäter, der mein Labor verwüstet hat und mir die Ratte auf den Tisch gelegt hat, wurde gefunden. In meinem Labor! Einer meiner Schüler: Adept Gowin. Sein Körper war völlig verunstaltet, alles war irgendwie… verdreht… als würde es nicht mehr an seinem Platz sein. Er muss mit meinen Gerätschaften gespielt und dabei eine kataklystische Reaktion ausgelöst haben, die seinen Körper zerstört hat. Doch absonderlicherweise ist sonst nichts zerstört in meinem Labor. Seltsame Dinge geschehen, seit ich die Traumwelt entdeckt habe. Doch der Tag brachte auch Gutes. Zum ersten Mal schaffte ich es, mich mit einem dieser sich bewegenden Gewirre zu verbinden und die Verbindung trotz Schmerzen zu ertragen. Dann habe ich seine wirren Fäden geglättet und seine Schwingung reduziert. Sofort erhielt ich Linderung und fühlte mich unbesiegbar! Welche eine Macht offenbaren die Tränen der Idune!“

 

„Vierundzwanzigster Tag des Vierten Mondes des Ifrun:

Ich habe neue Erkenntnisse erlangt. Das Leuchten, das ich um mich herum sehe, ist mein eigenes Gewirr. Scheinbar ist dies mein Körper in der Traumwelt. Und er ist mit allem über diese seltsamen Fäden verbunden. Diese anderen Gewirre scheinen Geister zu sein, die sich in dieser Welt manifestiert haben. Ich kann hören, wenn sie denken. Nur schemenhaft und dennoch nehme ich es wahr. Fetzen von Erinnerungen an frühere Leben offenbar. Morgen werde ich versuchen, eines dieser Gewirre in meines aufzunehmen, dann habe ich mehr Kraft, noch tiefer in diese phantastische Welt einzudringen!“

 

„Fünfundzwanzigster Tag des Vierten Mondes des Ifrun:

Bei Idune! Was habe ich getan! Ich bin verflucht und des Todes! Heute erreichte mich ein besonders helles Gewirr und schien mit mir in eine Art Interaktion zu geraten. Ich nutzte die Gunst der Stunde und band das Gewirr an mein eigenes. Dann löste ich das fremde Gewirr vollständig auf und nahm seine Energie auf. Die Schmerzen, die ich dabei erlebte, waren unbeschreiblich. Doch die Macht, die ich dabei spürte, ebenso! Doch ich Narr! Wieso erkannte ich nicht früher, was diese Welt wirklich ist und was diese Gewirre sind, die sich dort präsentieren. Doch nun ist es zu spät. Vor mir auf dem Boden liegt Meister Tiwan. Tot. Völlig entstellt und mit grotesk verdrehten Gliedmaßen. Überall Blut und Eingeweide, die sich nach außen gekehrt haben. Er wurde ermordet. Von mir. So wie Adept Gowin. So wie die Ratte auf dem Tisch. Sie alle waren in der Traumwelt als diese sich bewegenden Gewirre zu erkennen. Und diese habe ich zerstört. Und damit ihr Leben ausgelöscht. Mein Labor habe ich selbst verwüstet, indem ich mit den Fäden herumspielte! Die Traumwelt ist keine andere Dimension. Sie ist unsere Welt. Doch die Tränen der Idune gewähren uns, die Dinge so zu sehen, wie sie wirklich sind. Wie sie im Innersten zusammengehalten werden. Alles ist mit allem verbunden über diese Fäden. Und dort, wo Leben existiert oder eine Form, da bilden sie ein Gewirr. Je mehr Bewusstsein das Wesen hat, desto größer das Gewirr und desto stärker die Schwingung. Ändere ich die Schwingung, ändere ich seine Energie. Entwirre ich die Gewirre, verändere ich die Grundsubstanz ihrer Körper. Erst jetzt habe ich dies erkannt. Welch Wahnsinn. Und doch: welch unvergleichliche Macht präsentiert sich hier. Der Kaiser muss davon erfahren, denn die Tränen der Idune wurden von den Göttern gesandt, damit wir, die als einziges Volk auf dieser Welt keine Magie wirken können, diese Macht nutzen! Gleich kommen sie mich holen. Ich kann sie schon hören. Ich werde den Tod finden, denn ich habe zwei Menschen ermordet. Dies ist mein letzter Eintrag. Mögen mein Aufzeichnungen meinen Schülern eine Hilfe sein, die Traumwelt zu meistern, ohne dass dabei noch jemand zu Tode kommt.“

Neues, einzigartiges Magiesystem:

  • komplett freies System, ohne feste "Zaubersprüche"
  • keine Magiepunkte nötig.
  • Eindringen in die allem zugrundeliegende Null-Dimension - Der Traumwelt.
  • Actio est reactio - Jede magische Handlung hat ein Feedback zur Folge in Form von selbst erhaltenen Trefferpunkten/Erschöpfungspunkten, je nach Stärke der Handlung.
  • Materie kann auf subatomarer Ebene manipuliert und verändert werden.
  • Energie eines Objektes (belebt oder unbelebt) kann erhöht (hinzugefügt) oder verringert (absorbiert) werden. Flamme wird zum Feuersturm, Sturm wird zum Windhauch, Schmerz zu Wohlbefinden, Wohlbefinden zu Schmerz...
  • Reisen durch die "Traumwelt" mit dem Geist oder sogar mit dem Körper möglich. Dabei können immense Entfernungen überbrückt werden.
  • ... und viele weitere sehr gefährliche Möglichkeiten durch "Traumwelt-Manipulationen".
  • Durch Probieren können die Spieler sehr viele neue Effekte selbst herausfinden (der GM sollte hier aber entsprechend "Traumwelt"-geschult sein). Dies ist jedoch aufgrund des Feedbacks eine überaus gefährliche Angelegenheit und sollte nur mit sehr viel Bedacht unternommen werden!
  • extrem mächtiges System, aber auch extrem tödlich für den Anwender und seine Umgebung, wenn unbeherrscht eingesetzt.
  • Powergaming ist aufgrund des erhaltenen Feedbacks unmöglich, es sei denn der Magier ist schon immens hochstufig.
  • Das System ist sowohl für die Spieler als auch für die GMs eine große Herausforderung und erfordert einiges an Fingerspitzengefühl.
  • Umfangreiche Beschreibung des Systems und seiner Anwendung im Basismodul.
  • Stark erweiterte Beschreibung und tiefes Eintauchen in die Traumwelt im Zusatzmodul "Der Orden der Idune".
  • Fragen zum System jederzeit über email oder auf unserer Facebook-Seite möglich.

 

Grundlagen:

Das Magiesystem in diesem Modul ist sehr speziell und erfordert ein Umdenken bezüglich des gewohnten Umganges mit Magie anderer Systeme, da es sich von klassischen Systemen stark unterscheidet.
Alles basiert auf der Annahme, dass die Welt, die die Spieler erleben, nicht die richtige Welt ist, sondern nur eine Spieglung der richtigen Welt, die in Mythen „Traumwelt“ genannt wird. Alles, was die Spieler sehen, sind nur Manifestationen von Schwingungen, die in dieser untergeordneten „Null-Dimension“, der Traumwelt entstehen. Dort existiert nichts außer Fäden. Fäden, die schwingen und sich an manchen Orten zu einem Haufen zusammenfinden, einem sogenannten „Gewirr“. Diese Gewirre sorgen dafür, dass in der wahrgenommenen Welt (Scheinwelt genannt) ein „Objekt“ entsteht. Dies kann unbelebt sein oder belebt. Auch die Charaktere selbst bestehen aus solchen Gewirren und sehen in der Traumwelt nur wie ein großer Haufen aus verknäulten Fäden aus, die golden leuchten. All diese Gewirre sind in der Traumwelt mit Fäden verbunden, die verschieden schnell schwingen. Je schneller ein Gewirr schwingt, desto größer seine innere Energie. Hat ein Gewirr besonders viel Energie, so entsteht ein Wurmloch in der Traumwelt. Ein Portal, das man verwenden kann, um von einem Ort zum anderen zu reisen. Verändert man nun die Schwingung eines Fadens in einem Gewirr, verändert man auch das Aussehen und die Attribute dieses Gewirres in der Scheinwelt. Alles dreht sich darum, den Fäden Energie zuzuführen oder abzuziehen, um ihre Schwingungsmuster zu verändern. Auf diese Art und Weise ist es möglich, jedes Objekt auf subatomarer Ebene zu manipulieren. Wenn man weiß, wie es geht!

Als man die „Tränen der Idune“ fand, erhielt man Zugang zu dieser Traumwelt und die ersten Magier des Reiches erforschten diese Welt lange und gründlich und brachten viele Opfer, um das Wissen zu erlangen.
Heute weiß nur der Orden der Idune um diese Welt. So denken die Mitglieder jedenfalls. Dies ist jedoch nicht ganz korrekt, denn jedem Volk, das Schamanen hat, ist diese Welt rudimentär bekannt, die gemeinhin „Geisterwelt“ genannt wird. Jedoch haben diese Schamanen nicht die Macht, diese Welt direkt zu manipulieren. Diese Macht verleihen nur die Tränen der Idune und jeder Mensch, der eine solche besitzt, ist damit eines der mächtigsten Wesen der gesamten Welt.
Das Manipulieren der Traumwelt birgt jedoch immense Gefahren, denn jede Veränderung in der Traumwelt wirkt sich unmittelbar auf die Scheinwelt aus. Das mussten die ersten Magier schmerzlich erkennen.

Eine ausführliche Beschreibung des Magiesystems und eine Übersicht über gängige Traumweltmanipulationen findet ihr im Basismodul.